a film by Ludwig Wüst

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Christoph Huber writes for Die Presse (Austria):

"Beim Theater hat sich der 1965 in Bayern geborene, seit 1987 in Wien lebende und arbeitende Regisseur Ludwig Wüst längst einen Namen gemacht – breite Beachtung fand etwa seine nicht jugendfreie Inszenierung von Arthur Schnitzlers Traumnovelle im Hotel Orient vor zwei Jahren. Nun sollte er auch als Filmemacher den Sprung schaffen, zumindest, wenn die Welt einigermaßen gerecht ist: Wie sonst gar nicht so vieles im Gegenwartskino vermitteln Wüsts Filme eine leidenschaftliche Obsessivität – das unbedingte Bedürfnis, sie zu machen, ist in jeder Einstellung zu spüren.

Dazu ist Wüst an jeder seiner unabhängigen Produktionen künstlerisch gewachsen: Nach zwei Einstündern – das noch recht spröde Experiment Ägyptische Finsternis (2002) nach Ingeborg Bachmann und das streckenweise sehr intensive psychologische Kammerspiel Zwei Frauen (2006) mit Sabine Haupt – legt Wüst nun mit Koma seine erste abendfüllende Arbeit mit größerem Ensemble vor, und sie ist eine der Entdeckungen dieser Viennale. An einem Ort nahe Wien bereitet die Familie eines Taxifahrers die Feier zum 50. Geburtstag des Vaters  vor – nur der Jubilar bleibt fern. Die ruhig beobachteten Szenen aus einer gestörten Kleinbürgerexistenz werden immer wieder von traumatischen Bildern überlagert: Sie stammen aus einem Gewaltvideo, das schließlich zum unheimlichen Angelpunkt der Geschichte wird. Es bringt die Geister der Vergangenheit zurück, erschüttert die Erstarrung der Gegenwart und bahnt den Weg in die ungewisse Zukunft – als eine verstörende Utopie. Die Kombination von Provokation und Präzision ist bemerkenswert: Wüst rührt beiläufig an Tabu­themen, während er seine stilistischen Wagnisse weiter vorantreibt, etwa seine Faszination für lange Einstellungen und den unverkrampften Umgang mit Dialekt."
Die Presse, 16th October 2009, Vienna